Verglichen mit anderen Standardtänzen ist der Walzer noch recht jung. Erst 1770 wurde er erfunden und erfreute sich vor allem an Fürstenhöfen großer Beliebtheit. Der Name leitet sich vom Walzen ab, was übersetzt so viel bedeutet wie "sich im Kreise drehen" - die typische Tanzfigur des Walzers. Wie bei allen Tänzen gibt es auch beim Walzer zahlreiche Figuren, durch die jeder Tanz einzigartig wird. In der Regel tanzt man aber nur die Drehungen nach links oder rechts, hin und wieder kombiniert mit einem Wechsel. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Walzer. Die Schrittfolge ist bei beiden Tänzen annähernd gleich, der Unterschied liegt vor allem beim Tempo.

Als klassischer Walzer wird häufig der Wiener Walzer betrachtet. Er wird für gewöhnlich im 3/4 Takt getanzt und erreicht mit 60 Taktschlägen pro Minute ein hohes Tempo. Diese Art von Walzer wird entweder im amerikanischen oder im internationalen Stil getanzt. Ersterer ist hierzulande aber kaum vertreten. Beim Wiener Walzer bewegt sich das Paar im Dreiertakt und dreht sich dabei immer halb um die eigene Achse. Dadurch entsteht eine Drehbewegung, die das Paar im Verlauf des Tanzes immer wieder durch den Raum führt.

Gediegener geht es beim langsamen Walzer zu. Wie der Name schon sagt, ist er mit 30 Takten pro Minute sehr viel ruhiger und deshalb gerade für Anfänger leichter zu tanzen. Da hier nicht so viel Kraft in das Tempo investiert werden muss, lässt sich der langsame Walzer besonders gut mit Figuren kombinieren. Die Schrittfolge und Drehbewegungen sind ähnlich dem schnellen Walzer. Auch hier bewegt sich das Tanzpaar also im Laufe des Tanzes durch den Raum. Das kommt hier aber eher durch eine ständige Änderung der Bewegungsrichtung zustande.