Egal, ob beim Schützenfest, in der Disko oder auf der Geburtstagsparty – wo Musik spielt, da gibt es in der Regel auch einen Tanzboden, auch wenn er heute in vielen Fällen einfach als „Tanzfläche“ bezeichnet wird. Der Begriff Tanzboden stammt noch aus einer Zeit, in der für eine Tanzveranstaltung tatsächlich ein richtiger Boden verlegt wurde, meist aus ungehobelten Brettern. Bei manchen großen und traditionellen Festveranstaltungen kann man einen solchen Boden heute noch bewundern, wobei die Böden heute immer seltener aus Holz bestehen. In der Regel verwendet man heute entweder Metalle oder einen Kunststoff.

Doch egal, ob Metall, Kunststoff oder Holz, ebenerdig oder erhöht, als designierte Fläche oder spontan entstanden – auch heute gelten besondere Anforderungen an eine solche Tanzfläche. Damit die Tänzer sich nicht verletzten, muss der Veranstalter beispielsweise dafür sorgen, dass es auf der Fläche keine „Stolpersteine“ gibt. Darüber hinaus muss der Boden einerseits möglichst glatt sein, damit die Tänzer optimale Bedingungen beispielsweise für Drehungen vorfinden. Andererseits darf der Boden aber auch nicht zu glatt sein, da sonst wiederum schnell Verletzungsgefahr besteht. Und natürlich darf das Material für den Boden nicht allzu empfindlich sein, da beim Tanzen enorme Belastungen auf den Boden wirken.

Während in Diskotheken, in Veranstaltungsräumen oder bei privaten Feiern die Tanzflächen meist nach Lust und Laune des Veranstalters gestaltet werden oder sogar spontan entstehen können, gibt es für professionelle Veranstaltungen wie beispielsweise Tanzturniere sehr strenge Vorschriften darüber, wie der Boden auszusehen hat, auch wenn die Kriterien von Land zu Land immer etwas variieren können. So muss die Tanzfläche beispielsweise in der Regel rechteckig sein, mindestens 210 Quadratmeter messen und als Untergrund Parkett aufweisen. In Deutschland sind bei Tanzturnieren dagegen auch Bodenbeläge aus Kunststoff zulässig. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts betrachteten streng christliche Menschen das Tanzvergnügen übrigens als die Vorstufe zur sexuellen Ausschweifung, wodurch ein Sprichwort entstand: „Unter dem Tanzboden sitzt der Teufel.“