Standardtänze bilden zusammen mit den lateinamerikanischen Tänzen die Disziplinen im Turniertanz. Sie werden bei internationalen Wettbewerben getanzt und gehören daher zum sogenannten Welttanzprogramm. Lateinamerikanische Tänze wurden 1968 in das Turnierprogramm aufgenommen, Standardtänze hingegen wurden bereits seit den 1920er Jahren im Wettbewerb getanzt. Sie bezeichnen immer Paartänze. Im Allgemeinen findet ein gemischt geschlechtliches Paar zusammen, wobei dem Herrn die Führung obliegt. In Abgrenzung zu den lateinamerikanischen Tänzen ist ein charakteristisches Merkmal die geschlossene Tanzhaltung. Als Grundhaltung eingenommen, wird sie durchgehend beibehalten oder nur von gelegentlichen Figuren durchbrochen. Bei dieser geschlossenen Haltung stehen sich die Tanzpartner dicht gegenüber und der Mann platziert seine rechte Hand am Schulterblatt der Frau. Diese legt ihren linken Arm auf den Oberarm des Partners. Auf der anderen Seite fassen sich beide an den Händen, welche mit einigem Abstand zum Körper etwa in Scheitelhöhe gehalten werden. Aus dieser Position setzt sich das Tanzpaar in Bewegung. Die Körper führen dabei leichte vertikale Heb- und Senkbewegungen aus, während die Füße in der Regel am oder knapp über dem Boden gleiten, was dem Paar eine gewisse Flexibilität verleiht. Beim Zuschauenden wird so der Eindruck von Leichtigkeit erweckt. Der ständige Körperkontakt erfordert eine hohe Kommunikationsfähigkeit zwischen den Partnern. Jeder soll sein Körpergewicht selber tragen und ausbalancieren. Während der führende Tanzpart klare Signale für die Richtung vorgibt, muss die Partnerin schnell und sensibel auf die Impulse reagieren. Bei jedem Standardtanz wird eine bestimmte Schrittfolge eingehalten, wobei dieses Schrittmuster weitgehend von Anfang bis Ende eingehalten wird. Der Tango nimmt eine Sonderstellung ein, er gilt als Schreittanz. Hingegen werden die anderen Standardtänze als Schwungtänze bezeichnet, das bedeutet, das Paar bewegt sich nicht auf der Stelle, sondern durch den Raum. Wichtig für die Fußarbeit ist der musikalische Rhythmus. Wiener Walzer und Langsamer Walzer folgen dem 3/4 Takt, Slowfox wird im 4/4 Takt und Quick Step und Tango im 2/4 Takt getanzt. Während im Tanzsport jedes Detail in der Haltung und Bewegungsausführung von größter Bedeutung ist, benötigt der Laie lediglich wenige Grundkenntnisse. Ist die Schrittfolge bekannt, reicht das in der Regel aus, um sich mit einem beliebigen Partner aufs Parkett zu begeben.