Wenn ein junges Mädchen verkündet, dass es zum Training geht, ist damit heute längst nicht mehr in jedem Fall eine Sportart wie Reiten oder Tennis gemeint. Immer mehr Jugendliche entdeckten in den letzten Jahren das Tanzen als neuen Lieblingssport. Die Trainingseinheiten dieses Sportes sind mehr als Tanzstunden, denn meist sind sie mit großer geistiger und körperlicher Anstrengung verbunden. Sei es, dass in Vorbereitung auf ein Turnier über Wochen verschiedene Standardtänze mit dem Tanzpartner geübt werden müssen, oder dass bis zu einem festen Termin eine Tanz-Choreographie gelernt werden soll.

Spätestens seit dem Aufkommen der großen Castingshows, in denen das Tanzen nach vorgegebenen Choreographien eine Disziplin war, die über den Sieg entschied, wurde die Tanz-Choreographie immer bedeutender. Tanzstudios, in denen nicht Paar-Tänze, sondern Schrittfolgen erlernt werden, stehen daher bei Jugendlichen hoch im Kurs. Es gefällt ihnen, nach ausreichendem Training genau die Schrittfolgen tanzen zu können, die sie bei ihren Lieblingsstars gesehen haben. Oft dauert das Erlernen solcher Choreographien mehrere Wochen.

Ein Tanztrainer übt mit den Jugendlichen meist in einem Raum, der mindestens eine verspiegelte Wand hat. So können die Tanzschüler ihre Schrittfolgen und ihren Ausdruck im Spiegel selbst überprüfen. Zunächst ohne Musik, Takt für Takt, wird dann der neue Tanz erlernt. Der Trainer tanzt meist vor und es wird so oft wiederholt, bis die ganze Gruppe die Choreographie beherrscht. Für Schüler ist es oft frustrierend und Ansporn zugleich, wenn eine Schrittfolge, die ohne Musik noch fehlerfrei getanzt wurde, gar nicht mehr funktionieren möchte. Darin liegt nämlich der Anspruch einer Tanz-Choreographie. Möglichst komplexe und ausgefallene Schrittfolgen sollen von einer Gruppe synchron bei hoher Geschwindigkeit getanzt werden. Dieses Anforderungspaket fördert nicht nur die Konzentrationsfähigkeit und Koordination. Sogar Schulleistungen und die allgemeine Aufmerksamkeit können durch Choreographie-Tanz erheblich verbessert werden, da das Erlernen neuer Bewegungsabläufe im Gehirn neue Verbindungen schafft und so das gesamte Lernen unterstützt.