Geht man in eine Tanzschule oder will man sich selbst das Tanzen beibringen, dann steht an erster Stelle die Frage, was man denn überhaupt tanzen möchte. Es gibt nicht nur verschiedene Tänze, sondern regelrechte Gruppen von zusammengehörenden Tänzen, wie die Standardtänze oder die lateinamerikanischen Tänze. Sie haben in erster Linie eine ähnliche Technik, so dass es vergleichsweise leicht fällt, einen anderen Tanz aus der Gruppe zu lernen, wenn man andere bereits beherrscht. Hierzulande typisch sind die Standardtänze, da sie auf gesellschaftlichen Veranstaltungen häufig getanzt werden. Viele Tanzschulen bieten aber auch andere Gruppen von Tänzen an. In erster Linie gehören dazu die lateinamerikanischen Tänze. Obwohl der Name die Vermutung nahe legt, dass alle Tänze dieser Gruppe aus derselben Region stammen, stimmt das nicht ganz. Es ist trotz des Namens auch hier nicht die Region, sondern die Technik, die die verschiedenen Tänze vereint. Andersherum gibt es dann zum Beispiel Tänze, die tatsächlich aus dieser Gegend stammen und trotzdem nicht zur Tanzgruppe gehören. Beispielsweise weil sie eher in die Gruppe der Modetänze einsortiert werden.

Fünf Tänze gehören zur Gruppe lateinamerikanischer Tänze: Der Samba, der Cha-Cha-Cha, der Rumba, der Paso Doble und der Jive. Nur drei dieser Tänze stammen wirklich aus der namensgebenden Region. Sie gehören übrigens gemeinsam mit den Standardtänzen zum weltweiten Tanzprogramm. Das bedeutet, dass diese Tänze in so gut wie allen Tanzschulen der Welt gelehrt werden. Auch wer auf Turnieren auftreten möchte, der sollte diese Tänze beherrschen. Charakterisierend für solche lateinamerikanischen Tänze ist, dass die Partner vergleichsweise weit auseinanderstehen. Sie bilden also einen deutlichen Kontrast zu den europäischen Standardtänzen, in denen die Partner für gewöhnlich engen Körperkontakt haben. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich hier nicht nur die Beine bewegen, sondern auch die Arme und der Oberkörper. Auch die Hüfte findet bei dieser Art zu tanzen viel Einsatz. Anders als beim Standardtanz setzen die Tänzer hier auch oft nur mit dem Fußballen und nicht mit dem ganzen Fuß auf. Sehr häufig werden die einzelnen Tanzschritte auch von eigenen Figuren begleitet, so dass eine regelrechte Choreographie entsteht.

Wer sich für lateinamerikanisches Tanzen interessiert, der wird am schnellsten lernen, wenn er bereits ein wenig Erfahrung besitzt. Es ist zwar keine Voraussetzung, erleichtert den Einstieg aber oft ungemein, wenn man bereits einige Standardtänze beherrscht. Hat man die Grundtechniken einmal verinnerlicht, ist die Umsetzung anderer Tänze in der Regel kein Problem mehr. Obwohl es auch DVDs gibt, mit denen man Tanzen lernen kann, lohnt sich ein Besuch in der Tanzschule häufig. Dort können die Lehrer spezielle Techniken erklären und Hilfestellung geben, wenn es mit dem einen oder anderen Tanzschritt nicht so gut klappt.