Einen Ganzanzug kennen heute die wenigsten Menschen unter diesem Begriff, obwohl vermutlich jeder schon einmal einen solchen Anzug gesehen oder vielleicht auch selbst getragen hat. Bekannter als unter seinem deutschen Namen ist der Ganzanzug unter seiner englischen Bezeichnung „Overall“. Wie der Begriff Ganzanzug bereits verrät, hat das entsprechende Kleidungsstück keine Trennstellen, besteht also aus einem einzigen Stück Stoff und benötigt zur Befestigung auch weder Gürtel noch Hosenträger. Und diese Konstruktion hat enorme Vorteile. Durch das Fehlen von „Befestigungen“ können beispielsweise keine Druckstellen entstehen. Und dadurch, dass der Overall nur aus einem einzigen Stück Stoff besteht und die Öffnungen auf ein Minimum reduziert sind, schützt er optimal vor Feuer, Chemikalien und Schmutz.

Aufgrund dieser Konstruktion kann man bereits erkennen, dass ein solcher Anzug zunächst ausschließlich für die Arbeitswelt gedacht war. So wird ein solcher Einteiler beispielsweise bis heute gerne von Handwerkern oder Mechanikern, aber auch von Bauern getragen, die im Rahmen ihrer Arbeit mit viel Schmutz und Dreck in Verbindung kommen. Durch die hohe Dichtigkeit der Anzüge werden beispielsweise Hautpartien geschützt. Ein Umstand, der darüber hinaus auch in der chemischen Industrie wichtig ist. In diesem Bereich sind die Overalls meist noch mit einer Kapuze, Handschuhen und Fußlingen versehen, so dass auch keine Gase in den Anzug eindringen können. Eine ähnliche Variante gibt es für Astronauten. Daneben wird der Einteiler auch in manchen Sportarten genutzt, beispielsweise beim Tauchen oder beim Turnen. Aber auch Motorsportler und Skifahrer greifen in der Regel auf den Overall als bevorzugte Sportbekleidung zurück.

Mittlerweile wird der Einteiler allerdings schon längst nicht mehr ausschließlich in der Berufswelt oder beim Sport getragen, denn längst sind Overalls auch buchstäblich „in Mode“ gekommen. In Deutschland war und ist es vor allem die Komikerin Hella von Sinnen, die das Kleidungsstück salonfähig gemacht hat, und auch in den Kollektionen bekannter Modedesigner taucht der Ganzkörperanzug immer mal wieder auf.